Soli­da­risch mit all jenen, die für ein Leben in Selbst­be­stim­mung, Gerech­tig­keit und Frie­den kämp­fen.
Soli­da­ri­os con aquellos que luchan por una vida con auto­de­ter­mi­nación, jus­ti­cia y paz.

Bildungsarbeit zum Gewaltsamen Verschwindenlassen und zum Lieferkettengesetz

»FEB-Pro­­jekt zum Lie­fer­ket­ten­ge­setz inspi­rier­te zur Mas­ter­ar­beit«

Im Rah­men des FEB-Pro­­jekts »Deut­sches Lie­fer­ket­ten­ge­setz mit Fall­bei­spie­len aus Mexi­ko« (sie­he unten) wur­den im April und Juni 2024 Work­shops an der Uni­ver­si­tät Greifs­wald durch­ge­führt. Bei den Work­shops ging es um zwei The­men – um das der­zeit de fac­to aus­ge­setz­te Lie­fer­ket­ten­ge­setz und um den Beschwer­de­me­cha­nis­mus der deut­schen Auto­mo­bil­in­dus­trie in Mexi­ko, ein Pilot­pro­jekt, das Ende 2025 wegen feh­len­der Bereit­schaft zur wei­te­ren Finan­zie­rung sein Ende fand.

Des­sen unge­ach­tet, ent­stan­den im Ergeb­nis der Work­shops an der Uni Greifs­wald meh­re­re Haus­ar­bei­ten. Eine der Stu­den­tin­nen, Lisa Per­si­gehl, ging noch einen Schritt wei­ter und ana­ly­sier­te in ihrer Mas­ter­ar­beit (Mas­­ter­ar­­bei­­t_­­Li­­sa-Per­­si­­gehl_2026 publ) im Fach Orga­ni­sa­ti­ons­kom­mu­ni­ka­ti­on den „Meca­nis­mo de Recla­mación de Derechos Huma­nos“, den Beschwer­de­me­cha­nis­mus von drei deut­schen Unter­neh­men der Auto­mo­bil­in­dus­trie in Mexi­ko. Am 22. April 2026 wur­de die Arbeit erfolg­reich ver­tei­digt.

»Deut­sches Lie­fer­ket­ten­ge­setz mit Fall­bei­spie­len aus Mexi­ko«

Mit unse­rem zwei­ten FEB-Pro­­jekt betra­ten wir Neu­land, denn es war das ers­te Pro­jekt mit einer bezahl­ten Stel­le hier in Deutsch­land, wenn­gleich mit nur 15 Stun­den pro Woche. Es lief von Juni 2023 bis Dezem­ber 2024. Im Rah­men des Pro­jekts wur­den neun halb­tä­gi­ge Work­shops durch­ge­führt und fünf Vor­trä­ge gehal­ten. Außer­dem wur­de eine eige­ne Web­site (https://lieferketten-menschenrechte.de/) erstellt.

Die Work­shops und Vor­trä­ge erfolg­ten meist in Zusam­men­ar­beit mit loka­len Bil­dungs­trä­gern und Orga­ni­sa­tio­nen (Uni­ver­si­tä­ten, eine Volks­hoch­schu­le, Mexi­­ko-Grup­­pen und Ver­ei­ne bzw. NGOs, die sich in der »Initia­ti­ve Lie­fer­ket­ten­ge­setz« zusam­men­ge­schlos­sen hat­ten). Die­se loka­len Part­ner stell­ten oft­mals die Räum­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung und unter­stütz­ten die Bewer­bung der Ver­an­stal­tung. Die Orte, wo die Work­shops und Vor­trä­ge durch­ge­führt bzw. gehal­ten wur­den, reich­ten von der Küs­te (Ham­burg, Greifs­wald) bis nach Offen­burg und Frei­burg in Baden-Wür­t­­te­m­­berg sowie zum Schlier­see in Bay­ern.

© Mar­tha Kuhn­henn

»Gewalt­sa­mes Ver­schwin­den­las­sen«

Das Ver­schwin­den­las­sen ist eine beson­ders grau­sa­me, mul­ti­ple Men­schen­rechts­ver­let­zung. Es wird häu­fig als Stra­te­gie zur sys­te­ma­ti­schen Ver­brei­tung von Ter­ror und Angst in einer Gesell­schaft oder einem bestimm­ten Teil der Gesell­schaft ein­ge­setzt. Die Ange­hö­ri­gen einer ver­schwun­de­nen Per­son sind nicht nur mit der quä­len­den Unge­wiss­heit über den Ver­bleib ihrer Liebs­ten kon­fron­tiert, son­dern auch mit der Untä­tig­keit des Staa­tes, der in vie­len Fäl­len selbst Täter ist. Part­ner Süd­me­xi­ko e. V. war 2015 an der Grün­dung einer Koali­ti­on gegen das Ver­schwin­den­las­sen betei­ligt – eines Netz­werks aus Ein­zel­per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen, die seit vie­len Jah­ren welt­weit mit Betrof­fe­nen zusam­men­ar­bei­ten und in Deutsch­land Öffen­t­­lich­keits- und Advo­ca­cy­ar­beit zum The­ma leis­ten.

© PSM

Um öffent­lich auf das Schick­sal von Ver­schwun­de­nen hin­zu­wei­sen, hat die Koali­ti­on seit 2021 ein Wand­bild in den Hacke­schen Höfen in Ber­lin gestal­tet. Die Por­traits von Ver­schwun­de­nen aus Argen­ti­ni­en, Mexi­ko, Kolum­bi­en, Gua­te­ma­la, Hon­du­ras, El Sal­va­dor, Spa­ni­en, Phil­ip­pi­nen und Syri­en zeu­gen dort von der welt­wei­ten Ver­brei­tung die­ses Ver­bre­chens. Öffent­li­che Auf­merk­sam­keit für die Opfer ist ein wich­ti­ger Aspekt, um die zurück­ge­blie­be­nen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in ihrer Suche zu unter­stüt­zen. Und gleich­zei­tig kön­nen die Geschich­ten von Betrof­fe­nen hier nach­ge­le­sen wer­den: https://gewaltsames-verschwindenlassen.de/wandbild.

© PSM

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den sich auf der Inter­net­sei­te der Koali­ti­on gegen das Ver­schwin­den­las­sen: https://gewaltsames-verschwindenlassen.de/. Hier infor­mie­ren wir umfas­send zum The­ma des gewalt­sa­men Ver­schwin­den­las­sens: von der Erklä­rung von Begrif­fen über wei­te­re Basis­in­for­ma­tio­nen, recht­li­che Grund­la­gen, Instru­men­te zum Schutz vor dem Ver­schwin­den­las­sen und spe­zi­el­le Län­der­in­for­ma­tio­nen sowie Infor­ma­tio­nen zu Ein­zel­schick­sa­len bis hin zu Hin­wei­sen auf Ver­an­stal­tun­gen.